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Artikel der aktuellen Ausgabe
DT Nr. 89 vom 24.07.2008
Serbien wirft Ballast ab
Von Stephan Baier
Mord und Verrat gehören seit Jahrhunderten zum festen Repertoire der serbischen Politik. Daran mag sich Radovan Karadzic jetzt erinnern, der in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts die blutige Serbisierung Bosnien-Herzegowinas betrieb und nach 13 Jahren internationaler Fahndung wohl nicht mehr damit gerechnet hatte, dass ihn seine serbischen Brüder tatsächlich an das Kriegsverbrechertribunal der Vereinten Nationen ausliefern würden. Am Montagabend verkündete die Regierung in Belgrad Karadzics Verhaftung und sorgte damit für Jubel in Sarajevo wie in Brüssel. Von einem „historischen Augenblick“ sprachen nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel und der bosnische Staatspräsident Haris Silajdzic. Freude herrschte auch beim Treffen der EU-Außenminister in Brüssel am Dienstag.
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Im Dickicht des Unglaubens
Norbert Bolz entlarvt den neuheidnischen Religionsersatz
Von Alexander Riebel
Es passt alles zusammen, wenn der zur Kultfigur stilisierte amerikanische Präsidentschaftskandidat Barack Obama heute an der Siegessäule in Berlin sprechen wird: Die Aura der Hoffnung auf einen Neubeginn der Weltpolitik und einer besseren Gesellschaft durch einen Einzelnen, der wie in einer einzigartigen „Egophanie“ verklärt wird, und der Ort der Handlung, die Siegessäule, die auch an den Film „Der Himmel über Berlin“ erinnert. Und dass Deutschland jetzt den „Superstar“ trifft, wie der „Spiegel“ in dieser Woche titelt, ist ganz Ausdruck des Popzeitalters, in der das Individuum und nichts als das Individuum zählt. Dem „Yes, we can“, Wahlslogan der Obama-Fans, steht die Selbstvergottung der eigenen Lebensentscheidung gegenüber, jetzt alles richtig zu machen. Medientheoretiker Norbert Bolz untersucht solcherlei Ich-Wahn der Gegenwart in seinem neuen Buch „Das Wissen der Religion – Betrachtungen eines religiös Unmusikalischen“ formuliert (Wilhelm Fink Verlag, 163 Seiten, EUR 12,90). Aber anders als Jürgen Habermas bezieht dieser religiös Unmusikalische eindeutig Stellung zum Glauben.
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Belgien – oder auch diesmal wieder kein Bürgerkrieg
Von Jürgen Heck
In Italien wechselt eine Regierung nach der anderen. Österreich verdaut gerade das Ende der Großen Koalition. Belgien erschütterte vor dem Nationalfeiertag am Montag das abgelehnte Rücktrittsgesuch von Ministerpräsident Yves Leterme. Wackere Deutsche fröstelt es da gehörig, können sie sich doch ein Leben ohne Koalition in Berlin gar nicht vorstellen. Deren permanentes vorzeitiges Aus würde für gründliche Weltuntergangsstimmung sorgen. Wieso also können andere Europäer nur dermaßen kommod mit der politischen Dauerkoalitionskrise leben, fragt sich der besorgte Deutsche. Darüber schreibt hier ein deutschsprachiger Ostbelgier.
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„Den Schaden bekommt man nicht zum Nulltarif wieder weg“
Erste Erkenntnisse des kommissarischen Chefs der Katholischen Universität Eichstätt
Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat ihn als Nothelfer geholt: Seit 1. Juli leitet der frühere Rektor der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, Rudolf Fisch (69), übergangsweise die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. Christoph Renzikowski von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sprach mit Fisch über seine ersten Eindrücke.
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